Sawadika, sawadikap – Willkommen in Thailand

© 2014 Dr. H. Hoppe (www.Photoart-Nord.com) / pixelio.de

Dieses Land ist atemberaubend. Ich erkunde dichte Wälder und kleine Inseln, sturmverliebte Strände und mit Plantagen durchsetzte Sümpfe, lasse mich von Quallen stechen und entdecke die Schönheit der thailändischen Nächte, während ich auf Elefanten reite und mir die Freundschaft von Affen mit Bananen erkaufe.

Der Flug geht fast elf Stunden, wir starten abends um halb neun in München und kommen unter thailändischer Mittagssonne in der Hauptstadt Bangkok an.

Als sich die automatischen Schiebetüren des Haupteingangs öffnen und ich hinaustrete, taumele ich fast zurück wegen der Wärme, die mir entgegenschlägt. Es sind über 30 Grad in Bangkok, dazu ist die Luftfeuchtigkeit ziemlich hoch. Der Himmel ist wolkenbedeckt, trotzdem spüre ich die schwüle Hitze, die unter meine Klamotten kriecht und am liebsten würde ich wieder zurück in das Flughafengebäude gehen, wo es angenehm kühl ist. Die Luft ist stickig und es riecht merkwürdig. Nicht schlecht, aber ungewöhnlich, fast wie in einer Waschküche, nur etwas mehr wie in einer Großstadt.

Taxen warten vor dem Flughafen auf Fahrgäste und meine Familie, und ich werden zu einem wartenden Auto gebracht. Uns erwarten drei Stunden Autofahrt durch die Hauptstadt, raus in eine ländlichere Gegend, durch Dörfer und kleine Städte.

Die Landschaft wechselt zwischen tropischem Wald und Gebäuden, ab und zu kommt doch die Sonne heraus. Der Verkehr verläuft fast fließend. Man sieht viele Menschen auf Mopeds, die sich an Autos vorbei drücken. So genannte „Tuk Tuks“, Autorikschas mit drei Rädern transportieren Touristen und Einheimische, Schulkinder und Pakete durch die Gegend. Sie sind ein gängiges Transportmittel und billiger sowie schneller als ein Taxi.

Hua Hin, unser Ferienort, ist eine Stadt in der Bucht von Bangkok, also am Meer, und hat 35.000 Einwohner. Als wir an unserem Hotel, dem Wora Bora, ankommen, werden wir bereits von freundlichen Angestellten erwartet. Eine zierliche kleine Frau empfängt uns mit einem strahlenden Lächeln und verneigt sich leicht mit gefalteten Händen. Sie begrüßt uns in Englisch mit starkem Akzent und wir checken ein.

Im Eingangsbereich neben der Empfangstheke kniet eine junge Frau in einem traditionellen Gewand und spielt auf einem Instrument, ähnlich einer großen Zither. Auf einem kleinen Podest mitten in der Empfangshalle steht ein großes Modell eines Segelschiffes, drumherum stehen Sessel und Sofas. Wenn man an den Säulen, an denen alte Bilder hängen, vorbei sieht, erblickt man einen Brunnen. Im Gebäude links daneben ist der Speisesaal. Bäume und Sträucher, kleinere Wasserbecken und Blumen säumen die Wege. Es weht eine leichte Brise vom Meer zu uns. Geht man die gefliesten Wege entlang, kommt man schließlich zum hoteleigenen Pool, wenige Meter weiter führen ein paar Treppen hinrunter zum Stand.

Dann werden wir zu unserem Zimmer geführt. Unsere Räume sind wunderschön, mit einen Balkon mit Blick über die Hotelanlage und das Meer, das daran angrenzt. Auf unseren Betten erwartet uns ein aus Handtüchern erbauter Elefant, es ist angenehm kühl und es riecht frisch.

Da gerade Regenzeit und somit Nebensaison ist, sind kaum andere Gäste im Hotel zu sehen. Ein älteres Paar hat es sich am Pool bequem gemacht, sonst ist alles leer. Ab und zu regnet es kurz, doch das ist bei dieser Wärme eine willkommene Abkühlung.

Seewespen und Seide

Der Stand ist nicht so schön, wie in anderen Badeorten Thailands. Das Wasser ist sandig und man kann die Hand nicht unter Wasser sehen. Der Grund dafür ist ein Tropensturm, der westlich von Thailand eine Woche zuvor gewütet hat.

Auch ist der Strand gesäumt von glibbrigen, fast durchsichtigen Quallen, die durch den Sturm angespült wurden. Wir zählen über hundert von ihnen bei einem Strandspaziergang.

Das soll uns nicht abschrecken. Am zweiten Tag nach unserer Anreise habe ich mich von dem Jetlag erholt und wage mich in das lauwarme Meerwasser. Einige Meter weiter sehe ich mehrere Asiaten in den Wellen.

Das Ergebnis meines Schwimmerlebnisses ist eine Quallenverletzung am Knie. Man sollte eben keine ausgeschilderte Warnung am Stand übersehen. [Beware for jellyfish]. Pech für mich. Das Hotelpersonal reagiert sofort und die Verletzung schmerzt bald nicht mehr. Vermutlich war die Qualle eine Seewespe. Verletzungen dieser Art werden im Hotel oder an Hilfsstellen mit Essig behandelt. Nach diesem Erlebnis bevorzuge ich den Pool, um schwimmen zu gehen.

Morgens und abends kühlt die Luft ein wenig ab und es ist wohltuend warm, tagsüber steigen die Temperaturen auf bis zu 35 Grad und ein Sonnenstich ist trotz des ständig bewölkten Himmels nicht unwahrscheinlich.

Wenn man abends durch die Hotelanlage läuft hört man Grillen zirpen und das Wellenrauschen ist durch die Flut näher gekommen. Nachtfalter sitzen an den Lampen am Wegesrand und gelegentlich sieht man eine Kröte nah am Pool.
Wir essen oft im Restaurant des Hotels zu Abend, welches direkt am Strand liegt. Meistens sind wir die einzigen Gäste.

Je mehr wir uns draußen am Pool aufhalten, umso besser gewöhnen wir uns an das feucht-warme Klima.
Natürlich verbringen wir die zwei Wochen nicht nur im Hotel.

Mit dem Tuk Tuk geht es zur Silk-Factory – einer Seidenfabrik. Hier werden Stoffe und andere Produkte aus Seide verkauft, auch besteht die Möglichkeit sich Maßanzüge und Kleidung anfertigen zu lassen. Außerhalb des Ladens demonstrieren einige Frauen, wie die Seide von Seidenraupenkokons gewonnen wird. Mit einer Art Spindel wickelt eine Frau die feinen Fäden des Kokons ab, nachdem sie abgekocht wurden. Eine andere Frau webt an einem großen Webstuhl die einzelnen Fäden zu einem seidigen Stoff.

Während der Fahrt mit dem Tuk Tuk durch die Stadt kommen wir immer wieder an kleinen Tempeln vorbei, die sich von dem sonstigen Stadtbild abheben. Sie werden von den Einwohnern schön instand gehalten. Der Duft verschiedener Gewürze und frischem Obst steigt mir in die Nase, während wir an Restaurants und Verkaufsständen vorbeikommen. Die Straßen sind gefüllt mit Autos und Jeeps, viel Tuk Tuks fahren flink durch den Verkehr. Auch kommen wir bei unserer Fahrt am Sommerpalast Klai Kang Won (Ohne Sorge) des thailändischen Königs vorbei.

Auf dem Nachtmarkt

Abends besuchen wir den Nachtmarkt in der Dechanuchi Road in Hua Hin, eines der Highlights. Hier verwandelt sich die Straße jeden Abend in ein Open-Air-Schlemmerparadies. Der herrliche Duft von gebratenen Köstlichkeiten umhüllt mich. Von Gemüsereis und scharfen Nudeln zu Fisch und Meeresfrüchten ist alles dabei.

Auch kleine Läden haben noch geöffnet. Hier kann man schon den einen oder anderen Baht (thailändische Währung) für ein paar CDs liegenlassen, bei welchen man sich nicht sicher sein kann, ob auch wirklich drin ist, was drauf steht. Doch das ist mir im Moment auch egal, bei einer Umrechnung von 1 Euro zu etwa 50 Baht erscheint einem alles ziemlich billig.

Ein völliger Gegensatz zu der Schlemmermeile ist das große Kaufhaus von Hua Hin. Auf mehreren Etagen erstrecken sich Restaurants, Geschäfte, thailändische und internationale Popmusik dringt aus Bekleidungsgeschäften und irgendwie erinnert es an das Breuningerland. Hier bekommt man alles, was man braucht.

Affenbande

An einem anderen Tag unternehmen wir eine Küstenrundfahrt am Golf von Siam mit Stopp auf Monkey Island. Während der Fahrt läuft man leicht Gefahr, sich einen Sonnenbrand zu holen, wenn man an der Reling sitzt und angelt, wozu wir die Möglichkeit haben. Leider sind die Köder oft größer als der gefangene Fisch, wenn dann mal was anbeißt.

Auf Monkey Island wimmelt es, wie der Name schon sagt, von Rhesus Affen. Die Insel ist nicht sehr groß, Urwald bedeckt den Großteil ihrer Oberfläche. Am Kiesstrand tummeln sich schon zahlreiche Affen, aber als wir mit einigen Bananen von Bord gehen, werden es mehr. Andere beachten uns kaum und sobald die Früchte alle verteilt sind, verlieren auch die restlichen Affen ihr Interesse. Doch sollte man sich trotzdem vor ihnen in Acht nehmen. Die Affen sind manchmal ziemlich frech und beißen auch mal. Glücklicherweise geschieht uns nichts dergleichen und wir fahren mit der Rundfahrt fort.

Beim goldenen Buddah

Einen weiteren Ausflug unternehmen wir zu einem Buddhistischen Kloster. Es ist ein tempelartiger Gebäudekomplex mit vielen bunten Abbildungen von Buddha an den Wänden. Es riecht nach Weihrauch und Kräutern, die Atmosphäre hat etwas Mystisches, Ein Blickfang ist die große, goldene, sitzende Buddha-Statue. Blattgoldschnipsel werden verkauft – man kann sie an den Buddha kleben, um im Gegenzug Glück zu bekommen. Die große Statue ist über und über mit diesen Blättchen beklebt, schon viele haben hier um Glück gebeten.

Man sieht buddhistische Mönche beten und Einheimische genießen die Ruhe, die im Raum herrscht. In einer anderen Kammer sind weitere, kleinere Buddhastatuen ausgestellt. Die Klosteranlage besitzt noch ein paar Türme, Glocken hängen in Durchgängen und Gebetsfähnchen und die thailändische Flagge wehen im Wind.

Das Highlight des Tempelbesuches ist der unterirdische Tempel, in einer Höhle, in der sich ein sehr großer, liegender Buddha befindet. Der Abstieg ist abenteuerlich, die Stufen sind feucht und nur mit Vorsicht kommt man voran. Dafür ist der Anblick unglaublich. Die goldene Statue ist beeindruckend und in den Fels eingebettet. Dieser Abstieg lohnt sich also allemal. Trotzdem bin ich froh, als ich die Felsgrotte wieder verlasse.

Elefantentango

Wie oft hat man die Möglichkeit auf dem Rücken eines Elefanten durch den Urwald zu reiten? Wir ergreifen die Chance, die sich uns in Hua Hin ergibt und statten den Dickhäutern im Elefantenkrankenhaus einen Besuch ab. Gleich daneben bekommen wir nämlich ein Trip durch den Dschungel auf den Rücken der Tiere angeboten. Die Elefanten sind Menschen gewöhnt, wurden von ihnen entweder gepflegt, wenn nicht gar aufgezogen.

Die Haut der Dickhäuter ist rau, aber warm und es ist nett, wie sie einen kurz mit ihren Rüsseln „beschnuppern“. Der Aufstieg auf die großen Tiere ist zwar etwas umständlich, aber als wir endlich oben sitzen, ist es ein tolles Gefühl. Der Trip geht gemächlich voran und es schaukelt ein bisschen, aber es ist eine ungewöhnliche Möglichkeit den Dschungel zu durchqueren. Zum Schluss wird noch ein Erinnerungsfoto geschossen.

Gezähmtes wildes Land

Der Mangrovensumpf, den wir ebenfalls erkunden bietet eine Abwechslung zu der Regenwaldumgebung der letzten Tage. Auf der Fahrt dorthin kommen wir an einer Ananasplantage vorbei. Thailändische Ananas sind ein großes Exportgut und gelten als die Besten. Der Ausflugsleiter, auch Besitzer einer solchen Plantage, kauft unserer Touristengruppe sogar ein paar der Früchte, sodass wir uns ebenfalls davon überzeugen können.

An unserem Ziel angekommen, spazieren wir durch die dünnen Bäume über Holzstege. Die dürren Wurzeln, die im Wasser stecken, sind gut sichtbar und der Wald sieht aus, wie eine große, vernetzte Welt. Um die Flora und Fauna noch besser beschauen zu können, steigen wir in ein Kleinboot und durchqueren die Mangrovensümpfe auf dem Wasserweg.

Zwei Wochen an einem so exotischen Ort in Thailand vergehen wie im Flug und schon ist der Tag der Abreise gekommen. Mit vom Sonnenbrand geröteten Gesicht und unserem Gepäck im Schlepptau, verlassen wir unseren Erholungsort und fahren mit dem Taxi zurück in die Landeshauptstadt zum Flughafen. Unser Flug geht um 12:45 Uhr und wieder liegen elf Stunden Flug vor uns.

Wir genehmigen uns vorher in einem Restaurant noch ein Mittagessen und beschauen uns die thailändischen Geschäfte im Flughafengebäude, bevor wir an Board gehen müssen. In der großen Halle steht eine riesige Skulptur. Figuren mit Grimassen kämpfen gegeneinander, anscheinend Wesen aus den Mythen und des Götterglaubens.

Schließlich steigen wir in das Flugzeug, starten und es geht wieder gen Heimat.
Es ist kurz nach sieben Uhr abends, als wir in München landen, wir kommen erst weit nach Mitternacht zu Hause an.

Es ist exotisch und fantastisch eine andere Kultur hautnah kennenzulernen zu können. Eine Reise ist Thailand allemal wert.

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