Inspiration. Gebrauchsanweisung

Nichts macht so traurig, wie kreativlose Zeit, in der man sich einfach nichts ausdenken kann. Keine Überschrift, kein Text, keine passende Zeichnung für die nächste Schülerzeitung – es fällt einfach nichts ein!

Inspiration, Flut künstlerischer Ideen oder eine Phase kreativer Erleuchtung – das ist nur ein kleiner Abschnitt des Schaffens. Hier erfahren Sie, wie es geht.

Der eigentliche Prozess der Schöpfung besteht aus:

  1. Informationsbeschaffung
  2. Generieren der Ideen und Inspirationen
  3. Inkubationsperiode: Zeit, in der alle gesammelten Ideen und Inspirationen zusammengebracht und bearbeitet werden.
  4. Bewertung der Ideen nach selbst gewählten Kriterien. In dieser Phase fragen Sie sich, welche Projekte wirklich bedeutend sind und welche fürs Erste in die Schublade gesteckt werden können.
  5. Realisation ausgewählter Projekte.

Wie holt man sich also neuen „Stoff“ für das Kreieren? Hier ein paar Tricks:

  1. Sich an die Zeit erinnern, in der alles problemlos klappte. Erinnern Sie sich an die damaligen Gefühle, an die Freude des Schaffens und versuchen Sie, es erneut in sich aufzurufen.
  2. Eine alte Geschichte besagt, dass Ludwig van Beethoven sich mit kaltem Wasser wusch, und Johannes Brahms seine Schuhe putzte, bevor er sich ans Klavier setzte. Solche Riten helfen unserem Unterbewusstsein, sich zu entfalten und das Gehirn auf eine richtige „Arbeitswelle“ einzustellen. Statt sich zu waschen oder etwas zu putzen, kann man eigentlich auch meditieren, joggen oder schwimmen. Funktioniert genauso gut!
  3. Sich eine „Muse“ ausdenken. Natürlich klingt es komisch, aber es funktioniert wirklich! Vor der Arbeit sollten Sie für sich beschließen, dass dieser Text Ihr/Ihm gewidmet ist, oder dass Sie/Er sich darüber sehr freuen wird, und schon ist das neue Werk fertig!
  4. Vor jeder physischen Arbeit sollten Sie sich dazu bringen, während der Verrichtung nachzudenken. Nachdem alles erledigt ist, schreiben Sie alle entstandenen Gedanken auf. Sicher ist, dass es nicht wenige interessante Geistesblitze geben wird.

Und jetzt das Wichtigste – was soll man mit allen diesen Ideen tun?

  1. Fixieren. Aufschreiben, auf ein Diktiergerät aufnehmen, zeichnen – wichtig ist, es irgendwo zu verewigen, damit der Gedanke nicht verloren geht.
  2. In der Ideenbank speichern. Der Eine hat einen alten Schuhkarton, in welchem er alle seine Gedanken aufbewahrt, ein anderer hat dafür ein kleines Notizbuch, und ein Dritter speichert alles sofort in einer der zahlreichen Smartphone-Apps, die genau dafür programmiert wurden.
  3. Regelmäßig Ihre Ideen durchsehen, sie mit anderen Einfällen kombinieren, erneuern und ergänzen. Dadurch kann auch neue Inspiration entstehen, was ein angenehmer Nebeneffekt ist.
  4. Machen Sie sich Gedanken darüber, was und wie man die gewonnene Inspiration in der Realität einsetzen kann. Erstellen Sie einen Plan zur Umsetzung.
  5. Ihre Pläne verwirklichen.

Nur Wenigen ist bekannt, dass man die allmächtige Kalliope – zuständig für die epischen Dichtung, die Rhetorik, die Philosophie und die Wissenschaft, älteste und weiseste der neun Musen der griechischen Mythologie – selbst abrufen kann, indem man diese paar schlauen Tricks anwendet. Natürlich, am Anfang ist es schwer, die eigenen Schutzgöttinnen der Künste aufzuwecken, aber laufen konnten wir vor einiger Zeit auch noch nicht besonders gut.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Finden neuer Ideen und dem kreativen Schaffen!