Eine Liebe die nie vergeht – Schokolade!

Schokolade macht glücklich – so viel ist klar, aber was bedeutet uns dieser süße Stimmungsaufheller eigentlich wirklich? Und was hat er uns mal bedeutet? Eine kleine Geschichte des Mensch-Schokolade-Verhältnisses.

Er schreibt nicht zurück. Mal wieder. Schon diese simple Kleinigkeit löst bei uns Mädchen den melodramatischsten Liebeskummer der Welt aus. Das volle Programm: stundenlanges Grübeln, was an einem wohl falsch ist, das Ausweinen bei der besten Freundin, das Lieblingsdrama angucken (und dabei nochmals richtig weinen) und natürlich: Schokolade essen! Am besten tafelweise. Und am allerbesten in drei verschiedenen Geschmacksrichtungen. Und von fünf verschiedenen Marken.

Schokolade ist die wohl bekannteste und beliebteste Süßigkeit der Welt. Vor allem die Deutschen sind verrückt nach dem Kakaoerzeugnis. Laut der aktuellen Konsumentenstudie des internationalen Marktforschungsinstituts TGI Europe GmbH essen 96% der Deutschen mindestens einmal pro Jahr Schokolade. Am besten schmecken uns Voll- oder Alpenmilchschokolade, und die Milka Kuh schafft es immer noch, uns regelmäßig zu verführen: Die Lila-Laune-Tafeln werden am häufigsten gekauft.

Wir haben November. Bald ist wieder Weihnachten. Dann wird die violett gefleckte Zeitgenossin ausgetauscht gegen allerhand andere freundliche Gesellen. Weihnachtsmänner, -hasen, -nikoläuse und -bären, manche davon in Zartbitter, die allermeisten aber in Vollmilch, werden einem regelrecht nachgeworfen. Für 1,40€ bekommt man den Schoko-Nikolaus mit Smartie-Füllung, ganze Adventskalender und Nougatkugel-Packungen. Aber war das schon immer so? Galt Schokolade früher auch schon als alltägliches Nahrungsmittel? Als einzig wirksames Mittel gegen Liebeskummer, Prüfungsängste oder Langeweile?

Allheilmittel?

Die Antwort lautet nein, selbstverständlich nicht! Schokolade gibt es in Deutschland ungefähr seit 1820. Damals war sie ein Luxusgut der höchsten Klasse, nur sehr reiche oder sogar adlige Familien konnten sich die begehrten Tafeln leisten. Im zweiten Weltkrieg wurde Schokolade sogar als eine Art Währung benutzt und gegen teure Wertgegenstände getauscht, um sich oder seinen Kindern ein paar wenige süße Momente zu gönnen. Eine Tafel Schokolade zu Weihnachten, das war wie ein Wunder, etwas ganz Besonderes!

Heute ist das anders. Nicht nur die Preise von Schokolade sind erschreckend niedrig, wenn man bedenkt, wie mühsam die Kakaoernte ist, sondern auch unsere Art mit Schokolade umzugehen hat sich grundlegend verändert. Morgens kommt Nutella aufs Brot und Kaba in die Tassen, das Müsli enthält 60% Schokostückchen und in die Schule nehmen wir ein Schokocroissant mit. Nach dem Abendbrot gibt es mit Sicherheit in vielen Familien ein Stückchen Schokolade zu den Nachrichten.

Und warum? Na, weil Schokolade glücklich macht, das hatten wir doch schon! Dabei ist dieser altbekannte Satz nur ein weiterer Mythos in der Geschichte der Schokolade. Leider wirkt Schokolade tatsächlich weder aphrodisierend, noch macht sie leistungsstärker oder eben glücklicher. Unsere Lieblingssüßigkeit enthält zwar die essentielle Aminosäure Trypothan, bei deren Abbau im Körper das „Glückshormon“ Serotonin entsteht, jedoch ist dieses in viel zu geringer Menge enthalten, als dass es unsere Stimmung wirklich verbessern könnte.

Braunes Gold

Trotzdem werden wir zufriedener und für kurze Zeit fröhlicher, wenn wir uns ein Stückchen vom sogenannten braunen Gold gönnen. Denn essen wir Schokolade, erinnert sie uns an die eigene Kindheit und andere schöne Dinge.

Kein Wunder also, dass wir bei Liebeskummer zuerst zu Schokolade greifen und dann erst zu Gummibärchen und Co. Sie schmeckt nicht nur gut, sie hilft auch unseren Kummer zu bewältigen. Dass diese Goldstückchen auch für ordentlich Hüftgold sorgen können, wollen wir an dieser Stelle mal bei Seite lassen. Schokolade ist und bleibt ein ganz tolles Lebensmittel, das uns so manchen Abend rettet.

Inzwischen gibt es ein solches Überangebot an Marken und Sorten, dass wir manchmal total überfordert vor dem Süßigkeitenregal stehen und uns zurücksehnen zu einer, vielleicht zwei großen Marken und den drei Sorten die es gab: Weisse-, Vollmilch- und Zartbitterschokolade. Bei Strawberry-Cheescake in Milchschokolade oder Marzipan-Pistazie in Bitterschokolade wird es einem irgendwie schon fast zu bunt. Aber weil bunt ja bekanntlich fröhlich macht, passt das trotz allem ganz gut.

Wenn er also das nächste Mal nicht schreibt, kann man sich Strawberry-Cheescake ja mal genauer angucken …

Das Bild der Schokolade stammt von Astrid Kopp und wird unter der Creative Commons Lizenz verwandt: https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/deed.de

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