Ich und mein Mädchen

Wir treffen uns Abend für Abend, immer am gleichen Platz, manchmal auf der guten Seite, manchmal ein Schweigen, ein Begräbnis. Manchmal erzählt sie von ihrer Mutter. Ihre Mutter sei traurig über den Regen. Im Winter schneit es aber doch. Es ist schon sehr lange Winter.

Ich stelle ein Herz bereit und sie ihre Zeit. Ausgeglichenheit. Jeder gibt, wovon er am wenigsten hat. Es soll mir eine Ehre sein. Ich und mein Mädchen. Könnte ich, so bettete ich sie in weichen Vorwürfen und einem Gewitter aus Sehnsucht. Ich gäbe ihr den schönsten Sonnenaufgang und einen duftenden Sommerregen.

In meinem Kopf hat sie keinen Platz, in meinem Herzen liegt ihr Appartement, ein Zimmer, kleine Küche, Bad. Kein Balkon, kein Garten, keine schöne Aussicht aber es ist warm. Wenigstens ist es warm. Meistens zumindest. Ich und mein Mädchen.

Sie streichelt mir über die Wange und lässt die Sonne auf und untergehen. Ich sitze oft schon lange alleine hier bis sie kommt und mir zeigt, dass es sie gibt. Ich hoffe so sehr, dass es sie gibt, dass sie atmet und bebt und zittert und weint und lacht, selten lacht. Ich mag ihren Zorn und ihre bitteren Lippen. Ich mag das Salz aus ihren Tränen und ihre Schönheit im Detail. Ich mag die Farben, die sie mir in die Augen zaubert. Ich mag den schnellen Atem und das zucken. Ich mag die guten und die schlechten Träume und ich mag den Himmel.

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